Donnerstag, 19. Juli 2012

Rezension ~ Insurgent von Veronica Roth

Hallo Leute,
puh, dies ist heute schon mein dritter Eintrag^^ Ich muss meine Klausurenphase nacholen... Einige von euch wissen vielleicht, dass ich an der Challenge LET'S READ IT IN ENGLISH... ONCE MORE! von Books&Senses teilnehme. Da ich aber in den letzten Tagen für Klausuren lernen musste, kam ich erst seit gestern wieder dazu, zu lesen. Diesmal habe ich mir den zweiten Teil der Serie Divergent von Veronica Roth geschnappt, da ich den ersten Teil ziemlich gut fand. Wenn ihr die Rezension dazu lesen wollt, könnt ihr sie HIER finden. Mein Challenge-Stand: 2/10

!!!Achtung: Hierbei handelt es sich um den zweiten Teil einer Serie. Diese Rezension wird Spoiler enthalten!!!

Inhalt

Nachdem die Dauntless aus ihrer Simulation erwacht sind und erfahren haben, dass sie von den Erudite dazu gezwungen wurden, unschuldige Abnegations zu ermorden, ist das Lager in zwei Teile gespalten: die einen stellen sich gegen die Erudite und flüchten zu den Amity, die anderen schließen sich den Erudite an. Tris verlor während des Kampfes ihre Eltern und konnte nur knapp mit ihrem Bruder Caleb, ihrem Freund Tobias und dessen Vater Marcus entkommen. Doch auch in der Fraktion Amity sind die Dauntless und Abnegations nicht sicher und müssen bald wieder fliehen. Diesmal zur letzten Fraktion, die noch vom Krieg unberührt ist: Candor. Tris, die unter der Schuld am Tod von Will leidet, und die anderen übrig Gebliebenen suchen verzweifelt Verbündete und nach einem Weg, den Krieg zu ihren Gunsten zu entscheiden. Gesuchte Allianz finden sie ausgerechnet unter den Fraktionslosen, doch Tris misstraut dieser Verbindung. Zudem erfährt sie, dass Marcus eine Information kennt, die über die Zukunft aller Fraktionen entscheiden kann und ist hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe zu Tobias, der seinen Vater hasst, und ihrem Gewissen und ihrer Überzeugung. 

Meine Meinung

Das muss man Veronica Roth lassen - sie schafft kein schwarz und weiß. Sie formt ihre Charaktere in einer Suppe aus trübem Grau. Und dies ist genial. Keinen Charakter kann man von Beginn an in eine Schublade stecken, ständig überraschen sie einen mit Aktionen, die man nie von ihnen erwartet hätte. Feinde werden zu Verbündeten und Freunde wenden sich der gegnerischen Seite zu, man kann keinen Charakter wirklich einschätzen  -  und das macht die ganze Sache realistisch.
And while he has done cruel, evil things, our society is not devided into 'good' and 'bad'. Cruelty does not make a person dishonest, the same way bravery does not make a person kind. Marcus is not good or bad, but both. Well, he is probably more bad than good. But that doesn't mean he's lying. (S. 418)
Auch Tris ist keine sympathische Protagonistin im eigentlichen Sinne. Sie hat ihre Ecken und Kanten, ihre kritischen Ansichten und auch ihre unmoralischen Züge, die für gewöhnlich einen Leser zurück schrecken lassen. Doch hier stimmt es einfach. Tris ist nun mal nicht das süße nette Mädchen von neben an, das alles gut heißt und jedem verzeiht. Nein, sie ist durch ihre Emotionen verunsichert, geblendet, versteift und voreingenommen. Und das macht es mehr als authentisch. Auch die Beziehung zwischen ihr und Tobias, die eine größere Rolle spielt als beispielsweise in The Hunger Games von Suzanne Collins, ist nicht ohne Makel behaftet. Beide haben Geheimnisse voreinander, enttäuschen und misstrauen sich gegenseitig. 
He thinks I will be there, but I will be working against him, working with the father he despises. This lie - this is the worst I have ever told. I will never be able to take it back. (S. 425)
Jemand, der sehr auf Romantik steht, wird möglicherweise wegen der Streitereien zwischen den beiden genervt sein - ich fand es erfrischend, denn auch hier ist es wieder realistisch. Die Liebe wird hier nicht in bunten Farben geschrieben, sondern eben auch in grau, denn auch in einer Beziehung gibt es immer eine Kehrseite.
Die meisten Nebencharaktere in dem Buch sind mir sehr ans Herz gewachsen und umso schockierender waren viele Tode und Seitenwechsel für mich. Doch auch hier kann ich nur wieder sagen: so spielt das Leben, auch wenn es nicht schön ist.
'Don't be an idiot!' he says, his voice weak. 'Leave me.' It is the last thing he says. (S. 474)
Mein Kritikpunkt hier: Tris' Selbstmordkommandos in der Mitte des Buches. Zwischenzeitlich ärgert und nervt es ein klein wenig, wie "selbstmordbereit" und ihres Lebens überdrüssig sie ist. Zum Glück ändert sich das ab einem gewissen Punkt...
'I'm not important. Everyone will do just fine without me,' I say. (S. 311)
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Das Englisch ist auf einem relativ einfachen Niveau und sollte prinzipiell keine Probleme machen.  Die Sicht ist die von Tris, wie im ersten Band, und ist gut umgesetzt. Man erfährt nur das, was Tris sieht/weiß/hört/denkt/fühlt. Alles andere bleibt dem Leser so lange verschlossen, bis die Protagonistin davon erfährt. Zudem passt der schlichte Schreibstil zu Tris' Kühle. Viele Kapitel enden mit kleinen Cliffhangern, die zum Lesen anregen. Sowieso ist das Buch sehr spannend geschrieben, sodass ich es innerhalb von anderthalb Tagen durch hatte. Die vielen kleinen (und großen) Wendungen, welche die Autorin eingebaut hat, sorgen dafür, dass man sich als Leser nie sicher sein kann, was als nächstes passiert, welchen Charakteren man trauen kann und ob die Seite, für die Tris kämpft, wirklich "nur" gut ist. Das Ende dieses Bandes ist relativ offen, ein großes Geheimnis wird angelüftet und man erfährt, dass Tris indirekt etwas damit zu tun hat. Welche Auswirkungen dies auf die kommenden Handlungen haben wird? Ich weiß es nicht. Es bleibt jedenfalls spannend.

Fazit

In meiner Rezension zu Divergent habe ich nur 4 Bücher verteilt, weil ich meinte, die Story sei noch ausbaufähig und vielleicht nicht hundertprozentig innovativ. Dieser Band ist, in meinen Augen, noch besser gelungen als der erste. Ich weiß von einigen Rezensionen, dass manche vom zweiten Band enttäuscht waren, doch mich hat er noch mehr gefesselt als der erste, und das liegt unter anderem an den vielen eingebauten Twists und Wendungen. Zudem ist die Story bei Weitem actionreicher und spannender und hinterlässt beim Cliffhanger am Ende auch ein fieseres Gefühl für's Warten als der erste Teil. Alles in allem kann ich sagen, dass ich diese Fortsetzung für äußerst gelungen halte und sie jedem empfehlen kann, der schon den ersten Teil mochte und vor Blut und Tod nicht zurück schreckt.

Daher gebe ich abschließend:


Sonstige Infos:

Titel: Insurgent (Divergent 02)
Autor: Veronica Roth
Verlag: Kathrine Tegen Books by HarperCollins, Taschenbuch
Seiten: 525
Preis: 9,50€


P.S.: Wie findet ihr meinen neuen Aufbau der Rezensionen? Würde mich mal interessieren :)

Kommentare:

  1. Mal schauen, ob ich "Divergent" irgendwann noch lesen will, ich bin kein Fan von Dystopien, aber die Geschichte klingt echt gut. ._. Wenn, les ich den Roman aber erst nach erscheinen des letzten Bandes. :D

    Zum Aufbau:

    Ich persönlich brauche die Unterteilung in Sprache/Charaktere bei deiner eigenen Meinung nicht. Für mich wirkt das immer sehr starr und stört mich jetzt eher beim lesen.
    Früher habe ich das auch gemacht, wirkte für mich dann aber immer eher wie ein Schulaufsatz, weshalb ich das dann gelassen habe. ^^ Ich habe mich halt immer an den Punkten entlang gehangelt und dann wirkte mein Text noch öder als ohnehin schon. XD
    Die Struktur wird ja schließlich aus dem Text selber deutlich, wenn dann lieber etwas speziellere Überschriften, z.B. mit Zitaten, die etwas mit dem späteren Text zu tun haben.

    Außerdem fehlt da nicht dann auch irgendwie der Unterpunkt "Handlung"? :D Und was ist mit Absätzen, in denen Charaktere und Handlung verwoben sind oder die sich nicht eindeutig klassifizieren lassen?

    Wenn du das so mit dem Aufbau magst, behalte es gerne bei, ich will dich nicht davon abbringen, wenn du es so gut findest! Ich persönlich brauche es aber nicht und lese es auch mit dem klassischen Aufbau Inhalt - Meinung - Fazit lieber. ^^

    Ich hab's beim entsprechenden Post noch nicht gesagt, deswegen hole ich das jetzt nach: Ich mag dein Design, das ist so knuffig. *_*

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. @ Lucina: Danke für dein Feedback, das hilft mir weiter :D Du hast recht, ich bin eben nochmal durch die Rezension gegangen und dachte: Die Handlung als Unterpunkt fehlt... FAIL! Ich denke mal, dass ich die Hauptüberschriften lasse (Inhalt-Meinung-Fazit), aber die Unterpunkte wieder löschen werde^^ Ist sicher besser so :D
    Und freut mich, dass dir das Design gefällt :)
    Grüße, KQ

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  4. Wow, mit den Zitaten sieht die Rezension schon von Außen super aus (auch weil die Anführungszeichen echt toll designt sind *_*). Gefällt mir richtig gut! ^^

    Aber irgendwie sehe ich die Smilies nicht, von denen alle sprechen. :(

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  5. Ja, die Anführungszeichen sind echt super :D Danke, freut mich, dass es dir gefällt. Ich denke auch, dass es besser so ist.
    Die Smileys sieht man oberhalb des Kommentarfeldes und deren Kürzel, die man verwenden muss, aber leider funktionieren nur die Üblichen wie :) :D :( und ;) , andere wie :party oder :e oder :tup funktionieren leider irgendwie nicht.... :(

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  6. Bei mir sind nirgendwo Smilies also im Firefox, nur Opera zeigt die Smilies an. ._.
    Das ist ja komisch, dabei habe ich über NoScript alle Scripte erlaubt und ich kann mir nur vorstellen, dass es daran liegt. Schade. :( Ich meine, es geht auch ohne schöne Smilies, aber ist ja wieder einmal typisch, dass mein FF spinnt... *Böser Firefox*

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  7. Selbstverständlich bekommst du den Award zurück. :)

    http://laurettasbuecherblog.blogspot.de/2012/07/liebster-blog-award.html

    :*

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