Sonntag, 12. August 2012

Filmrezension ~ Merida - Legende der Highlands

Hallo Leute,
am Donnerstag war ich mit meiner besten Freundin und mit meiner Schwester im Kino. Wir haben uns den Film Merida - Legende der Highlands angesehen (nicht in 3D) und haben im Kinosaal den Altersdurchschnitt ziemlich angehoben. Die restlichen Besucher waren Scharen von kleinen Kindern und ein paar Eltern.

©Disney Pixar

Inhalt

Merida lebt in einem Schottland, in dem die Menschen noch an Götter, Druiden und Naturgeister glauben. Sie ist die Erstgeborene eines schottischen Königs und kommt vom Temperament her auf ihren kriegerischen, stürmischen Vater als auf ihre ernste und besonnene Mutter. Die Lieblingsbeschäftigungen der jungen Prinzessin sind Bogen schießen und reiten, was ihre Mutter gar nicht gerne sieht, die stets versucht, ihrer Tochter das Hofprotokoll beizubringen. Als Merida ein gewisses Alter erreicht hat, eröffnen ihre Eltern, dass die drei Clanoberhäupter, die zum Königreich gehören, mit ihren Söhnen ihre Aufwartung machen werden und Merida einen der Söhne heiraten soll. Als eigenständiger und freiheitsliebender Mensch ist Merida gar nicht begeistert davon und nutzt die Gunst der Stunde, als ihre Mutter erklärt, dass Merida selbst sich die Wettkampfdisziplin aussuchen darf, in der die jungen Männer um ihre Hand kämpfen werden. Somit sucht sich Merida das Bogenschießen als Disziplin aus und als sich die drei Bewerber als große Dummköpfe herausstellen, wobei einer aus purem Glück beim Wettkampf die Zielscheibe trifft, tritt Merida selber als Kandidatin um ihre eigene Hand an, da auch sie eine Erstgeborene ist. Da Merida so ihre Mutter und die Clanoberhäupter brüskiert, geraten alle in Streit und Merida läuft weg. Im Wald trifft sie auf eine alte Holzschnitzerin, die nebenbei als Druidin arbeitet und Merida wünscht sich nichts sehnlichster von ihr, als dass sie einen Zauber sprechen könnte, mit dem sie ihre Mutter verändert...

Meine Meinung

Dieser Film war seit langem mal wieder ein Disney Pixar Film, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Dies hat natürlich etwas mit dem gesamten Setting des Films zu tun, das im rauen Schottland spielt. Ich bin sehr interessiert und fasziniert, was die keltischen Kulturen betrifft und liebe Irland und Schottland über alles (wobei ich bisher leider nur in Irland war).

Merida ist ein sympathischer Charakter, sie verfügt über ihren eigenen Willen und ihre eigenen Vorstellungen. Trotz der dauernden Tadeleien ihrer Mutter ist sie ein echter Wildfang geblieben und benimmt sich oft eher wie ein Junge als wie eine Prinzessin. Ihr Vater ist ein Riese von Mann, der bei einem Bärenangriff vor einigen Jahren ein Bein verloren hat und einfach zu nachsichtig mit seiner sturen Tochter ist und ihr nichts abschlagen und nie auf sie böse sein kann. Die Mutter ist da das genaue Gegenteil. Sie ist streng und ernst und sieht den Zeitvertreib ihrer Tochter gar nicht gerne. In ihren Augen darf sich eine junge Dame nicht mit Waffen abgeben. Merida hat noch drei kleine Brüder, Drillinge, die alle, wie der Vater, rotes Haar haben. Die Brüder, die allesamt im gesamten Film nicht sprechen, sind wahre kleine Teufel (aber herzallerliebst) und wenn sie meine Brüder wären, gäbe es glaube ich nur Mord und Totschlag^^

Die Story des Films ist sehr schön aufgebaut. Er beginnt mit einer Geburtstagsfeier für Merida, als diese noch ein kleines Kind ist. Ihre Brüder sind noch nicht auf der Welt. Doch die Geburtstagsgesellschaft wird schnell unterbrochen, als ein monströser Bär auftauch und Merida angreift. Sie und ihre Mutter können fliehen, doch der Vater, der sich Mutig dem Bären in den Weg stellt, muss mit einem Bein für den Kampf bezahlen. Zunächst lässt der Film schwer erkennen, worauf er hinauslaufen soll. Ich wusste beispielsweise nicht wirklich, was die Hauptstory des Filmes ist, bevor ich im Kino war (die Trailer haben sich ziemlich bedeckt gehalten). Die anstehende Verlobung mit einem der Söhne der Clanoberhäupte und Meridas Missfallen deswegen sind nur ein Stein, der das Ganze ins Rollen bringt. Denn eigentlicher Schwerpunkt der Handlung ist das schlechte Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Beide haben stets das Gefühl, dass der andere nicht zuhört und sich nicht für den anderen interessiert. Dies wird schön mit einigen Zusammenschnitten verdeutlicht. Doch die geplante Hochzeit und der Wettkampf bringen das Fass zum Überlaufen und die Situation zwischen beiden eskaliert: Merida zerschneidet den Familien-Wandteppich, den die Mutter schnitzt und dafür wirft diese Meridas geliebten Bogen ins Feuer. Beide trennen sich im Streit. Was darauf folgt ist eine Verkettung aus verschiedenen Ereignissen, die viel mit Unüberlegtheit zu tun haben. Oder sagen wir mal so: wenn man sich von einer Druidin wünscht, sie möge dafür sorgen, dass sich ein Mensch verändert, sollte man dieses "Verändern" besser etwas spezifizieren... ;)

Disney Pixar hat mit diesem Film einige selbst auferlegte Regeln gebrochen. Hier haben wir nämlich ein Mädchen als Hauptperson. Das ist grundsätzlich Disney vorbehalten, in den Pixar Filmen haben wir fast ausschließlich männliche Protagonisten. Und dann ist die Protagonistin auch noch eine Prinzessin! Dennoch hat Pixar die Kurve gekriegt in dem sie aus dem Film nämlich etwas gemacht haben: Keine (!!!) Liebesgeschichte. Auch wenn es am Anfang um eine Verlobung geht, ist es dem Zuschauer sofort klar, dass Merida keinen der Bewerber nehmen wird, da alle nicht der optischen und charakterlichen Norm für Prinzen entsprechen und einer von den dreien nicht reden kann (die Szenen mit dem sind allzu komisch :D). Wer eine romantische Liebesgeschichte erwartet, in der Merida möglicherweise noch einen verwunschenen Prinzen retten kann und sich in ihn verliebt, der wird enttäuscht. Hier geht es um die Story, um die Moral und um den Spaß, denn auch der kommt hier nicht zu kurz. Eine lustige Situation jagt die nächste und besonders die drei kleinen Brüder von Merida sorgen für besonders viele Lacher. Aber auch trotz aller urkomischen Situationen und Momenten kommt der Ernst nicht zu kurz. Merida und ihre Mutter müssen ihren Groll und ihre Missverständnisse begraben und lernen, dem anderen zu zuhören und ihn zu verstehen. Um bis zu diesem Punkt zu kommen muss natürlich einiges passieren, was schließlich in einem finalen, spannenden und herzzerreißenden Showdown endet.

Die Animationen in dem Film sind übrigens überragend. Man kann jede einzelne Haarsträhne von Merida erkennen und jedes Haar von ihr ist auch auf eine eigene Art und Weise gelockt. Auch das Fell von dem Pferd, das Merida reitet, sieht echt aus und insgesamt kann man über die Bildqualität nur staunen (und das, obwohl wir den Film nicht in 3D gesehen haben).

Fazit

Merida - Legende der Highlands ist wirklich ein toller Film für Groß und Klein. Er ist sehr witzig und spannend, behandelt aber auch ernste und bekannte Themen wie Pubertät und Respekt zu lernen. Die Animationen sind wirklich atemberaubend und die Story gut durchdacht und gelenkt. Das Setting ist wunderschön und lädt zum Träumen ein :) Da ich hier keine "Bücher" vergeben kann, da es sich um einen Film handelt, habe ich mir für Filme ein neues Bewertungssystem einfallen lassen und abschließend kann ich sagen, ich vergebe sehr gute 4 von 5 Punkten und kann den Film auf jeden Fall weiter empfehlen!


Sonstige Infos
Titel: Merida - Legende der Highlands
Originaltitel: Brave
FSK: 6
3D/ohne 3D: ja/ja



Kommentare:

  1. Den Film will ich auch noch unbedingt sehen. Hoffentlich geht mein Freund am Wochenende mit mir darein!

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    1. Hey Melissa,
      ich hoffe, dass dir der Film gefallen wird :)
      Grüße, KQ

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  2. Hii =),
    ich les mir deine Rezi mal noch nicht durch, weil ich den Film auch noch sehen will, aber dein Bewertungssystem finde ich cool! Wollte ich nur mal sagen ^^

    Liebe Grüße =)
    Charlie

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    1. Hey Charlie,
      freut mich, dass dir mein Bewertungssystem gefällt :) Ich hoffe, der Film wird dir gefallen (oder hat dir gefallen, falls du ihn schon gesehen hast^^).
      Grüße, KQ

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  3. Den hab ich in Sri Lanka in 3D in Englisch gesehen, sooooooo witzig!! *-* :D
    Du hast übrigens einen unfassbar schönen Blog das Design und der Hintergrund - einfach traumhaft!
    Ich bin Leserin geworden und hab deinen Blog auch direkt in meinem Blogroll verlinkt. ^^

    LG, Lydia

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    1. Hey Lydia,
      vielen lieben Dank, das freut mich sehr und ich werde gerade ziemlich rot über das Kompliment *_* Dankeschön :)
      Ich werde gleich mal auf deinem Blog vorbei schauen :)
      Grüße, KQ

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  4. Den Film will ich auch noch voll gerne sehen ^^
    Eine wirklich tolle und hilfreiche Rezension!
    Ich hab jetzt umso mehr Lust mich ins Kino zu stürzen xD

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    1. Hey Tanja,
      schön, dass dir die Rezension gefallen hat :) Hoffentlich gefällt dir der Film :)
      Grüße, KQ

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