Dienstag, 30. Oktober 2012

Rezension ~ Rubinrot von Kerstin Gier

Hallo Leute,
diesen Monat habe ich ja den Sammelschuber zur Edelstein-Trilogie von meiner Schwester nachträglich zum Geburtstag bekommen. Ich wollte auf jeden Fall den ersten Teil lesen, bevor der Film in die Kinos kommt (auch wenn das erst im März der Fall sein wird).

Inhalt                                                                            

Ihr ganzen Leben lang stand Gwendolyn immer im Schatten ihrer Cousine Charlotte. Denn Charlotte soll das "Zeitreise-Gen" geerbt haben, das es nur in zwei Familien in England gibt und Charlotte wäre somit die letzte von insgesamt 12 möglichen Zeitreisenden. Doch eigentlich stört Gwendolyn das nicht sonderlich - sie ist froh, dass sie ein normales Leben führen kann. Nur die ganzen Geheimnisse innerhalb ihrer Familie nerven sie. Doch dann, als alle glauben, Charlotte müsste in den nächsten Tagen das erste Mal in der Zeit springen, springt jedoch Gwendolyn. Und das nicht nur einmal. Auf einmal steht ihr Leben Kopf und sie wird mit etwas konfrontiert, auf das sie nie vorbereitet wurde. Dann muss sie mit Gideon, einem anderen Zeitreisenden, eine vertrackte Aufgabe in der Vergangenheit erfüllen, was sich als noch schwieriger herausstellt, als zuvor gedacht, was sicherlich unter anderem daran liegt, dass Gwendolyn immer noch nicht versteht, was mit ihr passiert, in der Vergangenheit ungeahnte Gefahren lauern und Gideon einfach zu gut aussieht und sie ganz verwirrt.

Meine Meinung                                     

Ich bin ehrlich, ich bin ziemlich unvoreingenommen an das Buch ran gegangen. Ich habe natürlich viel Positives von der gesamten Reihe gehört, aber ich habe mir keine Informationen zum Inhalt geholt, daher wusste ich nur, dass es um Zeitreise geht. Nach einem etwas merkwürdigen Start konnte mich das Buch dann vollkommen überzeugen und ich kann verstehen, warum die Leute zumindest vom ersten Teil so begeistert waren.

Gwendolyn ist eine unglaublich sympathische Protagonistin und ich konnte mich gut mit ihrer Art identifizieren (auch wenn ich vielleicht nicht so tollpatschig bin wie sie). Sie hat einen tollen Humor und oft musste ich herzlich über ihre Gedanken lachen. Ebenso ging es mir mit ihrer besten Freundin Leslie. Die beiden zusammen waren ein herrliches Gespann und haben mich sehr an meine beste Freundin und mich erinnert. Leslie ist auf jeden Fall immer für Gwendolyn da und ich fand es bewundernswert, dass sie Gwendolyn alles bedingungslos geglaubt hat. 
Auch die anderen Charaktere waren sehr authentisch und haben mir gut gefallen, egal ob sympathisch oder nicht. Besonders Tante Glenda mit ihrer fiesen Art fand ich sehr gut dargestellt, auch wenn ich sie natürlich nicht mochte.

Die Geschichte hatte, wie bereits schon erwähnt, einen etwas merkwürdigen Start. Ich fand den Prolog sehr verwirrend und er sagte mir nicht viel. Natürlich konnte ich herauslesen, dass es sich bei den beiden Personen, die darin vorkamen um Zeitreisende handelte. Aber im Laufe der Geschichten bekam man immer mehr Informationen, sodass der Prolog, den ich nochmals durchlas, nachdem ich den Band fertig gelesen hatte, richtig Sinn ergab. Sowieso scheint der Leser in ein paar Fällen mehr zu wissen als Gwendolyn, zumindest was die beiden Zeitreisenden aus dem Prolog betrifft.

Während der ersten Hälfte der Handlung passiert verhältnismäßig wenig, der Leser und auch Gwendolyn werden in die Welt des Zeitreisens eingeführt. Dennoch ist dieser Teil nicht langweilig, denn die Informationen sind sehr interessant. Man erfährt, dass es sich bei Gwendolyn anscheinend um eine besondere Person mit dem "Zeitreise-Gen" handelt, da sie den letzten Edelstein verkörpert: den Rubin. Alle Zeitreisenden werden durch einen Edelstein und eine Stunde auf dem Zifferblatt symbolisiert. Die Idee hinter dem Zeitreisen fand ich sehr gelungen. Isaac Newton zum Beispiel soll ausgerechnet haben, an welchen Tagen in welchen Jahren die restlichen Zeitreisenden geboren werden. Zudem kann ein Zeitreisender nicht in seine eigene Vergangenheit reisen, da es das Zeit-Kontinuum stören würde - man kann immer nur die Zeit vor der eigenen Geburt besuchen. Ebenso darf man keine Gegenstände aus der Zukunft mit in die Vergangenheit nehmen, da sie die Zukunft nachhaltig verändern könnten. Kerstin Gier hat sich auf jeden Fall viele kluge Gedanken zum Thema Zeitreisen gemacht.

Auch ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, aber das ist ja keine Überraschung, da ich auch schon zwei andere Bücher von ihr gelesen habe - Für jede Lösung ein Problem und Die Mütter-Mafia - und beide haben mir außerordentlich gut gefallen. Kerstin Gier hat einfach einen wahnsinnig tollen Humor, den sie sehr gut rüber bringen kann. Wenn ich da nur an Gordon Gelderman denke, den Mitschüler von Gwendolyn und Leslie, der bisher nicht aus dem Stimmbruch raus gekommen ist und immer abwechselnd quietscht und brummt war äußerst amüsant. Zudem hat sie die Gefühle und Gedankengänge von Gwendolyn sehr authentisch dargestellt und man konnte mit der Protagonistin mitfühlen und sie gut verstehen. Natürlich empfand ich auch ein wenig Mitleid mit Charlotte, die ihr Leben lang als wichtigste Person der Familie behandelt und auf die Zeitsprünge vorbereitet wurde und plötzlich stellt sich heraus, dass sie einfach nur ein ganz normales Mädchen und nichts Besonderes ist.

Am Ende des ersten Bandes wird ein großes Geheimnis angelüftet, von dem Gwendolyn aber noch nichts ahnt. Da kann man sich als Leser noch auf viele spannende und interessante Wendungen in den nachfolgenden Bänden freuen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Gwendolyn und Gideon, die sich unweigerlich anbahnen muss, beginnt erst am Ende aufzukeimen. Ich fand es eine nette Abwechslung, dass Gwendolyn zwar sofort Gideon verfällt, aber sie versucht sich einzureden, dass sie ihn nicht mag, da er auch ein paar unangenehme Charakterzüge zu haben scheint. Gleichzeitig weiß sie aber auch, dass sie sich nur etwas einredet.

Fazit                                     

Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen schade, dass ich das Buch nicht schon viel früher gelesen habe. Aber mir waren die Bücher einfach zu teuer und ich kenne keinen aus meinem Bekanntenkreis, der die Bücher besitzt. Daher bin ich natürlich meiner Schwester noch dankbarer. Hierbei handelt es sich auf jeden Fall um einen super Start der Trilogie und ich werde ganz bald die anderen Teile lesen. Es wundert mich gar nicht, dass die Bücher auch in vielen anderen Ländern ein großer Erfolg waren. Wie es mit Gwendoly und Gideon und der Zeitreiserei weiter geht wird sicherlich sehr aufregend. Ich vergebe abschließend


Sonstige Infos
Autor: Kerstin Gier
Titel: Rubinrot
Originaltitel: /
Reihe: Band 01 von 03
Verlag: Arena, Gebunden im Sammelschuber
Preis: 15,99€ Einzelausgabe | 39,99€ Sammelschuber
Seiten: 343

Kommentare:

  1. Aaahh, die Bücher stehen noch auf meiner Wunschliste. Ich glaube, ich muss sie mal nach ganze vorne schieben. Der März kommt schneller, als man denkt!

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  2. Sehr schöne Rezi! :)
    Ich habe vor ein paar Tagen die gesamte Trilogie (ich besotze auch den Schuber) gelesen und bin begeistert! Ich hoffe, die weiteren Bände gefallen die genauso gut wie mir!
    Liebe Grüße,
    Mara

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  3. Wow, das klingt so toll! Mich hat da ja immer das rosafarbene Cover ein wenig abgeschreckt, muss ich gestehen. Aber es klingt ja wirklich nach einem witzigen, ungewöhnlichen Buch - ich sollte den Schuber wirklich mal ins Auge fassen. :-)

    Viele Grüße
    Miyann

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  4. Schöne Rezi!
    Ich liebe die ganze Triologie und habe die Bücher immer vor mir hergeschoben.

    LG May

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  5. Sehr schöne Rezension!

    Ich liebe das Buch, auch wenn kleine Schwächen da sind (warum schweigt Gwen, wenn es um ihr Leben geht und sie weiß, dass sie bei ihrer Familie bestens verstanden wird? Dass man ihr glauben und helfen wird? Weil das Haustier der Schwester als Diskussion Vorrang hat? Na ja... :-) ) Ansonsten eine dicke, fette Empfehlung. Das Buch ist weit überdurchschnittlich!

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