Freitag, 16. November 2012

Rezension ~ Das Tal - Die Katastrophe von Krystyna Kuhn

Hallo Leute,
heute habe ich wieder eine Rezension für euch. Nachdem ich letztens den ersten Band von Das Tal von Krystyna Kuhn gelesen habe und ihn wirklich ziemlich gut fand - die Rezension dazu findet ihr übrigens HIER - habe ich mir letztens schnell noch den zweiten Band gekauft, da ich gerne wissen wollte, wie es weiter geht, da der erste Band doch sehr mit Informationen geizt.

!Achtung, hierbei handelt es sich um den zweiten Teil einer noch nicht abgeschlossenen Reihe. Diese Rezension wird Spoiler enthalten!

Inhalt                                                                             

Einige Monate sind seit dem Mord an der Studentin vergangen und langsam bricht der Herbst im Tal ein, wo sich das Grace-College befindet. Katie, die sich in der Gruppe um Julia, Chris und Co. immer etwas zurück hält, brennt darauf, die letzten schönen Tage zu nutzen und den Berg Ghost, der sich auf der gegenüberliegenden Seite des Colleges und des Sees Lake Mirror befindet, zu besteigen. Doch dieser Aufstieg würde sicherlich kein Kinderspiel werden und so versucht sie, die Leute aus der Clique zu überreden, mit ihr mitzukommen. Nur Debbie, Robert und Rose wollen nicht mitkommen und schließlich stößt noch ein Fremder zu der Gruppe, der sich Paul Forster nennt und der Sohn eines der Professoren ist. Pikanterweise sind in den Siebziger Jahren acht Studenten schon einmal aufgebrochen, um den Ghost zu erklimmen, doch von ihnen fehlt seitdem jede Spur. Zu sechst, zusammen mit der Bergführerin Ana, die Katie im Ort Fields kennen gelernt hat, machen sie sich auf den Weg und stoßen bald alle an ihre Grenzen, ebenso wie auf einige verstörende Funde, die sie sich nicht erklären können.

Meine Meinung                                                                     

Dieser Band stellt einen großen Kontrast zu seinem Vorgänger dar. Während man im ersten Band sich fast ausschließlich im College aufhielt und nicht genau wusste, was es mit Julia, der Protagonistin, und ihrem Bruder auf sich hatte, spielt sich hier der größte Teil außerhalb des Colleges ab und man kann schon recht schnell erahnen, welche bedrückende Vergangenheit Katie, die neue Protagonistin, zu schaffen macht und stark geprägt hat.

Katie, die Halbkoreanerin ist, ist ein recht unzugänglicher Charakter, was sie jedoch nicht zwingend unsympathisch macht. Sie ist sehr verschlossen und eine bevorzugte Einzelgängerin, auch wenn sie mittlerweile ein leichtes Vertrauen gegenüber Julia und David geknüpft hat. Den Rest der Gruppe, allen voran Debbie und Chris, meidet sie so gut es geht. Sie stammt aus einem Politikerhaushalt und hat ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern, vor denen sie regelrecht ins Grace College geflüchtet ist. Die Ereignisse der Vergangenheit beeinflussen sie während der gesamten Geschichte und kommen sehr authentisch rüber. Ihre große Leidenschaft gilt dem Freeclimbing, dem Adrenalin, der Höhe. Nur so kann sie frei sein und sich glücklich fühlen. Die Geschichte wird hauptsächlich aus ihrer Sicht erzählt.
Neben Katie erlebt der Leser die Handlung zwischendurch auch aus der Sicht von Julia, welche die Protagonistin im ersten Band war. Über sie und ihre Vergangenheit weiß der Leser nun einigermaßen bescheid und Julia versucht nun, anhand der merkwürdigen Informationen, die sie am Ende des ersten Bandes erhalten hat, mehr über ihren Vater herauszufinden. Immer noch ist sie extrem unsicher, was ihre Vergangenheit und Geheimnisse betrifft und öffnet sich selbst Chris gegenüber nicht, mit dem sie mittlerweile eine Beziehung eingegangen ist. Doch die läuft in letzter Zeit nicht sonderlich gut, was nicht zuletzt an Julias Geheimniskrämerei liegt.

Der Leser steigt schon zu Beginn sofort in die Handlung ein, schließlich hängt Katie, ungesichert, an einer Steilwand des Gebirges und wird beinahe von einem Steinschlag getroffen. Und schon bald machen sich die Sechs auf den Weg, den Ghost zu besteigen. Dabei wird deutlich, dass jeder von ihnen ein anderes Motiv hat, wobei der Leser nicht jedes Motiv erfährt. Ganz klar ist, dass Julia unbedingt erfahren möchte, was mit den acht Studenten damals passiert ist und was ihr Vater damit zu tun hatte, schließlich steht sein Name nicht umsonst auf der Gedenktafel. Katie möchte einfach nur den Kick und schiebt das Verschwinden der Studenten nur als Grund vor, um die anderen zu überzeugen. Auch Paul, der sich noch im letzten Augenblick anschließt und besonders geheimnisvoll wirkt und als einziger überhaupt eine Karte von der Gegend besitzt, sucht den ultimativen Adrenalinrausch - so scheint es. Die Szenen mit Paul haben mir gut gefallen, da sie teilweise wirklich mysteriös waren und sein Hinweis mit der Karte erinnert noch einmal daran, dass das Tal nicht wirklich normal zu sein scheint.

Während der Bergtour passieren allerhand gefährliche Dinge, denen die Gruppe nur mit Müh und Not entkommen kann. Der Schreibstil der Autorin verhalf mir jedenfalls, mich in die Situationen hineinversetzt zu fühlen, so gut waren sie geschildert und beschrieben. Besonders Katies Phobie kam in meine Augen sehr authentisch rüber und jedesmal lief mir beim Lesen ein Schauer über den Rücken, auch wenn ich ihre Phobie nicht teile.

Ich gebe aber zu, dass es ein wenig unrealistisch war, dass David, Chris, Julia und Benjamin mitgekommen sind, da alle keine Erfahrungen im Bergsteigen zu haben scheinen und dass sie binnen so kurzer Zeit alle eine funktionstüchtige Ausrüstung besaßen, kam mir ein wenig komisch vor. Ich kann da natürlich nur von mir ausgehen, aber bevor ich einen Dreitausender besteige, egal welche Geschichte dahinter steckt und egal wie sehr sie mich reizt, ich müsste vorher mindestens einhundert Mal kleinere Berge bestiegen haben. Aber so wäre natürlich kein spannendes Buch entstanden.

Was mich auch noch ein wenig gestört hat war die Darstellung der Beziehung zwischen Julia und Chris. Zwischendurch hätte ich gerne mal Julia an den Schultern gepackt und sie kräftig geschüttelt. Sie merkt zwar, dass es in ihrer Beziehung zu Chris gewaltig kriselt, aber nicht, dass es zum größten Teil ihre Schuld ist, da Chris weiß, dass sie etwas vor ihm verbirgt. Ihr fehlendes Vertrauen führt häufiger zu unangenehmen Situationen, in denen Chris sie (un)absichtlich vor den Kopf stößt, wobei er ja gar nicht weiß, was ihr fehlt. Gleichzeitig wird es ein wenig so dargestellt, als sei er derjenige, der sich komisch und unberechenbar verhält und wird von Julia, allerdings auch von Katie, gerne mal als Buhmann missbraucht. Insgesamt kommt Chris in diesem Band ziemlich schlecht weg, was ich sehr schade finde, da er im ersten Band mein Lieblingscharakter war (und das bleibt er auch weiterhin, ich bleibe standhaft und lasse mich nicht davon abbringen. So!). Auch wie er sich David gegenüber verhält, der eine recht offensichtliche Zuneigung für Julia hegt, kommt nicht wirklich sympathisch rüber, ganz, als wolle die Autorin, dass man Chris nicht mag. Aber am Ende wird die Vermutung laut, dass auch Chris so einige Geheimnisse hat, von denen die anderen nichts wissen.

Zudem kamen in meinen Augen David und Benjamin ein wenig zu kurz. Hin und wieder hatten sie Momente, in denen sie sich anders verhalten haben als sonst - regelrecht merkwürdig, aber was das wirklich bedeutet, kann man wohl erst in den nächsten Bänden erfahren.

Fazit                                                                                                    

Dieses Buch hat mir ziemlich genauso gut gefallen wie der erste, wobei man sie handlungsmäßig nicht viel miteinander vergleichen kann. Was es mit dem Tal auf sich hat, wird immer noch nicht wirklich deutlich, wobei man einige interessante Informationen in diesem Band geliefert bekommt, die noch auf spannende Wendungen und Erklärungen hoffen lassen. Ich habe nur wenige Kritikpunkte aufzuweisen, aber dennoch hat mir die Tiefe bei einigen Personen gefehlt. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weiter gehen wird. Soviel ich weiß soll man im nächsten Band endlich ein wenig mehr über das Tal erfahren. ich vergebe abschließend


Sonstige Infos
Autor: Krystyna Kuhn
Titel: Das Tal - Die Katastrophe
Originaltitel: /
Reihe: Band 1.2 von 2.4
Verlag: Arena, Klappbroschüre
Seiten: 312
Preis: 9,95€

Kommentare:

  1. *lol* Ich kenne die Reihe nicht und nachdem ich deinen Posttitel gelesen hab dachte ich, das Buch würde "Das Tal" heißen und sei eine Katastrophe der Autorin :D

    made my day ^^

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    1. HAHAHA :D Jetzt musste ich echt lachen. Das könnte man wirklich denken, wenn man das Buch nicht kennt :D
      Genial!
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Total faszinierend! Ich habe die Charaktere völlig anders wahrgenommen als du! Ich mag Chris nicht, mochte ihn schon nicht im ersten Band. Er ist mir viel zu besitzergreifend und stimmungsschwankend. Er scheint auch irgendwas zu verbergen und fordert gleichzeitig von Julia, ihm immer alles zu sagen?! Nunja. Dass die alle gleich mit auf eine Bergtour sind, habe ich gar nicht weiter hinterfragt. Sie sind eben Elitekids, leicht nerdig, da kommt man schnell auf dumme Gedanken ;o) Und die Ausrüstung stammt ja vom College, das ja irgendwie alles bereithält.
    Dass Julia irgendwie doch an Chris hängt, fand ich zwar extrem nervig, aber aufgrund ihrer Vergangenheit nachvollziehbar: sie braucht wohl jemanden, abgesehen von ihrem Bruder, von dem sie das Gefühl bekommt, geliebt zu werden. Etwas wie Heimtgefühle zu bekommen oder so...
    Naja. Auf jeden Fall fand ich es total spannend deine Rezension zu lesen, die so anders als meine ausgefallen ist.

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    1. Hmm ja das ist wirklich lustig, wie zwei Menschen ein und dasselbe Buch total unterschiedlich auffassen und bewerten, bzw. befinden. Bei Chris denke ich einfach, dass die Autorin ihn absichtlich so unsympathisch gestaltet hat und noch ein paar geheimnisvolle Charakterzüge hinzugepackt hat, um den Leser zu verwirren. Ich denke aber eigentlich, dass er nicht so obercool und lässig ist, wie er sich immer gibt und ich würde gerne mehr über ihn erfahren.
      Ja, dass es alles irgendwo Nerds sind ist ja klar :D Aber dennoch blieb das beim Lesen die ganze Zeit bei mir im Hinterkopf: "Wieso gehen die komplett untrainiert auf den Berg mit?" Wobei auch da deutlich wurde, dass Benjamin und Chris ihre Geheimnisse haben - wieso wurde Benjamin nicht schlapp und war so fit? Und woher kannte Chris den Weg? Die ganze Zeit kommen neue Fragen auf und ich möchte endlich Antworten :D
      Liebe Grüße, KQ

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  3. Also mir ging/geht es mit Chris genauso wie dir. Ich möchte ihn von allen Charakteren an liebsten und war dann etwas geshockt, als er am Anfang dieses Bandes eher negativ dargestellt wurde und ich das Gefühl bekam, dass man ihm misstrauen sollte. Für mich hat sich das allerdings im Laufe des Bandes gelegt. Paul fand ich auch super allerdings hoffe ich, dass noch aufgelöst wird, was es mit ihm genau auf sich hatte.
    Als Chris-Fan kann ich dir nur sagen, lies unbedingt weiter. "Der Sturm" wird dir gefallen!!!!
    LG
    Sunny

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    1. Ja, wenigstens eine Gleichgesinnte, was Chris betrifft. Ich bin auch schon sehr gespannt, wie die Autorin es im nächsten Band schafft, ihn wieder sympathischer zu präsentieren. Hier hat sie ja wirklich regelrecht versucht, ihn zu verderben.
      Ich hoffe auch, dass Pauls Fall noch irgendwie aufgeklärt wird!
      Liebe Grüße, KQ

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  4. Ich habe die ersten vier Bände als Hörbücher gehört. Band 2, den du hier rezensiert hast, fand ich sehr ungewöhnlich, eben weil er so anders war als Band 1. Schreibst du ja auch so. Inzwischen weiß ich, dass in jedem Band jeweils einer der Protagonisten in den Vordergrund gerückt wird. Das ist dann zumindest eine Erklärung dafür, dass einige aus der Gruppe hier weniger im Vordergrund stehen.
    Alles in allem ist die Reihe sehr phantasievoll - ich freue mich darauf, bald weiter zu hören.

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  5. also als ich den ersten teil gelesen hatte ,wollte ich nicht weiterlesen und habe es dann doch weil viele sagten es wird besser aber das es so viel besser wurde.
    inzwischen mag ich die reihe sehr und habe alle erschinenen 7 bände schon gelesen und freue mich auf das ende

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