Sonntag, 31. März 2013

Rezension ~ Die Stadt der Verschwundenen Kinder von Caragh O'Brien

Hallo Leute,
ich hoffe, dass ihr heute alle einen schönen Ostersonntag hattet. Seid ihr aus so ausgelaugt von der Stunde, die uns genommen wurde? Ich hasse diese Zeitumstellung, vor allem, da wir heute Morgen ziemlich früh aufstehen mussten. Jedenfalls bin ich froh, dass morgen auch frei ist und ich nicht arbeiten muss. Dann kann ich glücklicherweise ausschlafen. Aber nun endlich zum eigentlichen Thema: vor ein paar Wochen habe ich euch ja einen NEUZUGÄNGEPOST mit drei neuen Büchern gezeigt. Nun ist auch das zweite dieser drei Bücher gelesen: Die Stadt der Verschwundenen Kinder von Caragh O'Brien. Im März ist ja vor wenigen Tagen erst der dritte und letzte Band auf Deutsch erschienen und der erste Band als Taschenbuch. Das Buch habe ich gestern in einem Rutsch durchgelesen (und das, obwohl ich gestern auch noch arbeiten war).

Inhalt

Gaia Stone ist eine junge, frisch ausgebildete Hebamme und dient der Enklave. So wie ihre Mutter wird auch sie jeden Monat die ersten drei Neugeborenen zur Stadtmauer der Enklave bringen und sie dort abgeben, denn so verlangt es das Gesetz. Und Gaia findet das richtig, denn die Menschen in der Enklave leben besser als die Menschen außerhalb. Als eines Tages jedoch Gaias Eltern verhaftet und sie nach einer Liste befragt wird, die ihre Eltern über die Geburten angelegt haben sollen, beginnt sie, die Enklave und das Gesetz mit den Neugeborenen zu hinterfragen. Um herauszufinden, was hinter den Stadtmauern vor sich geht und auch, um ihre Eltern zu retten, bleibt ihr nichts anderes übrig, als in die verbotene Stadt zu schleichen. Bald muss Gaia erfahren, dass die Enklave von innen betrachtet anders ist, als sie nach außen zu sein scheint: die Menschen sind grausam, engstirnig und eigennützig. Und als sie herausfindet, was es mit dem Gesetz wirklich auf sich hat, weiß sie, dass sie die einzige ist, die die Wahrheit ans Licht bringen und etwas ändern muss. Ein Wettlauf gegen die Zeit und eine rücksichtslose Organisation beginnt.

Meine Meinung

Von dem Buch hatte ich schon ein bisschen was gehört und meine beste Freundin besitzt die gebundene Ausgabe des ersten Bandes. Ich bin aber ganz ehrlich und wusste bis vor Kurzem gar nicht, dass es sich bei dieser Buchreihe um eine Dystopie handelt. Meiner Meinung nach lassen Cover und Titel das Genre schlecht einschätzen, wobei ich sowohl das eine, als auch das andere für sehr gelungen halte. Dass die beiden Folgebände im Grunde das gleiche Cover nur in einer anderen Farbe haben, stört mich nicht sonderlich, was einige jedoch bemängelt haben.

Das Buch beginnt verhältnismäßig heftig mit einer Geburt, bei der Gaia als Hebamme hilft. Dies ist die erste Geburt, die Gaia alleine ohne ihre Mutter begleitet und dementsprechend ist sie nervös. Die Szenerie wird jedoch relativ nüchtern beschrieben, ebenso wie das seltsame Ritual, das Gaia nach der Geburt mit dem Säugling durchführt. Erst, als sie ihrer Mutter das Kind wegnimmt und es pflichtbewusst zur Enklave bringt, wird dem Leser die Grausamkeit hinter diesem unbeugsamen Gesetz klar. Ebenso wird kurz darauf deutlich, dass die Enklave wie eine Art Sekte funktioniert, in der die gehobenen Menschen leben, während die armen Menschen vor der Stadtmauer in billigen Hütten hausen und für die Enklave arbeiten müssen. Zudem sprechen sich die Menschen mit "Schwester" und "Bruder" an, was den Sekteneindruck noch verstärkt.

Die Geschichte spielt in einer fiktiven Zukunft im Jahr 2409 (oder so^^) und scheint einer Klimakatastrophe zugrunde zu liegen. Die Menschen sind von der Enklave abhängig, da nur sie Wasservorräte und wichtige Nahrungsmittel hat. Was genau passiert ist, wird nicht erläutert, aber es scheint klar, dass die Temperatur der Erde sich erhöht hat und viele natürliche Wasserquellen ausgetrocknet sind. Ein wenig erinnert das Gesellschaftsbild in Die Stadt der Verschwundenen Kinder an das von Die Tribute von Panem: Es gibt eine mächtige Organisation in Form einer Stadt, in der die Menschen wohlhabend sind, und drum herum leben die armen Bürger, die der Organisation dienen müssen und von ihr abhängig sind. So eine Art von Gesellschaftsform ist ja recht üblich in Dystopien und hat sich bisher als funktionierend erwiesen.

Gaia ist auf jeden Fall eine ungewöhnliche Protagonistin, was nicht zuletzt daran liegt, dass eine große Brandnarbe ihr Gesicht entstellt. Meistens hat man als Leser doch lieber einen makellosen und perfekten Charakter, mit dem man sich identifizieren möchte, aber Gaia ist mit ihrer Narbe eine angenehme Abwechslung. Zwar leidet sie unter ihrem Aussehen, aber gleichzeitig weiß sie auch, dass sie wegen der Narbe damals als Baby nicht in die Enklave kam - denn dort kommen nur makellose Menschen hin. Auch die Tatsache, dass sie Hebamme ist und sich das Buch so mit einem äußerst natürlichen, aber doch oft nicht behandelten oder sogar tabuisierten Thema befasst, lässt das Buch und auch Gaia als Charakter ein wenig aus der breiten Masse der Dystopien hervor stechen. Zu Gute halten muss man der Autorin ebenfalls, dass ihre Charaktere nicht schwarz/weiß sind, sondern zwischen Gut und Böse hin und her schwanken. Einige Charaktere, die anfangs nett wirkten, stellten sich später als sehr eigennützig heraus und auch die "Bösen" hatten durchaus ihre "sinnvollen" Beweggründe für ihr Tun.

Die anbahnende Liebesgeschichte in diesem Band hat mir zwar gefallen, aber gleichzeitig war sie nicht sonderlich einfallsreich: sie, das unscheinbare, schüchterne Mädchen und er, der unnahbare, kühle und doch anziehende junge Mann. Da würde ich mir einfach mal gerne ein bisschen mehr Einfallsreichtum wünschen. Neben der recht geklonten Liebesgeschichte fiel mir auch stark auf, dass das Buch recht vorhersehbar war. Ich konnte grundsätzlich alle möglichen Ereignisse schon einige Seiten vorher voraussagen. Wobei ich es dann eher als befriedigend fand, wenn ich dann recht hatte und es nicht als störend empfunden habe. Ich bete jetzt nur noch darum, dass sich in den nächsten beiden Bänden keine Liebesdreiecksbeziehung anbahnt, da ich davon nämlich eindeutig genug habe.

Der Schreibstil in dem Buch hat mir gut gefallen und besonders die Rückblenden von Gaia fand ich interessant. So lernte man mehr über das Leben außerhalb der Enklave kennen und auch die Erinnerungen an Gaias Vater waren informativ. Zudem merkt man, dass sich die Autorin viel über Geburten informiert hat, beziehungsweise von den Geburten ihrer eigenen Kindern einige wichtige Fakten in dem Buch einbringen konnte. Diese Beschreibungen sind sicherlich für zart besaitete Leser ein wenig heftig, ich fand sie sehr interessant und anschaulich.

In dieser Taschenbuchausgabe befindet sich am Ende noch eine etwa 10 Seiten lange Kurzgeschichte, die einige interessante Informationen enthält. Ich glaube schon, dass der ein oder andere Satz, der in dieser Geschichte gesagt wurde, noch von großer Bedeutung im nächsten Band sein werden, beziehungsweise dass man sich vielleicht an einen Satz der Kurzgeschichte noch erinnern wird. 

Fazit

Der erste Band dieser Dystopie-Trilogie hat mir ganz gut gefallen und bietet viele gelungene und interessante Ansätze, die zum Weiterlesen anregen. Ich hätte mir bei der Liebesbeziehung gerne ein wenig mehr gewünscht, ebenso wie stärkere Twists in der Story. Alles in allem ist das Buch aber durchaus zu empfehlen, denn es war spannend genug, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Ich vergebe daher abschließend knappe


Sonstige Infos
Autorin: CARAGH O'BRIEN
Titel: Die Stadt der Verschwundenen Kinder
Orig. Titel: Birthmarked
Reihe: 01/03
Verlag: Heyne fliegt, Taschenbuch
Seiten: 480
Preis: 8,99€

Kommentare:

  1. In letzter Zeit gibt es wahnsinnig viele Rezensionen zu dieser Reihe, die auch meistens positiv ausfallen und da der erste Teil mittlerweile als Taschenbuch erschienen ist, werde ich mir den vielleicht mal zulegen ;)..

    Schöne Rezension :)!

    Frohe Ostern und liebe Grüße,
    Clärchen :)

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    1. Hallo Clärchen,
      das stimmt, da ja jetzt der letzte Band auf Deutsch erschienen ist, schreiben wirklich viele Blogs über diese Reihe. Aber gekauft habe ich mir das Buch auch nur, weil es eben jetzt als Taschenbuch draußen ist. Jetzt muss ich noch warten, bis die anderen beiden Bände so erscheinen. Mal schauen, wie lange das dauert^^
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Endlich ist es als Taschenbuch da ;D Dann besucht es wohl bald mein Regal^^

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    1. Hallo Anna,
      haha, ja genau aus diesem Grund habe ich es mir auch endlich gekauft ;)
      Liebe Grüße, KQ

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  3. Ich lieeebe diese Reihe♥ und bin schon wahnsinnig auf den Abschluss gespannt (erscheint heute :D)

    lg. Tine =)

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    1. Hallo Tine,
      ja ich bin auch sehr gespannt, wie die Reihe ausgeht. Ich muss aber wohl bis zur Taschenbuchveröffentlichung warten^^
      Liebe Grüße, KQ

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  4. Ich hab bisher noch nicht allzu viel mit der Reihe anfangen können, ich hatte sie auch eher im Fantasybereich vermutet... Aber deine Rezi macht Lust aufs Lesen! Und da das Buch ja jetzt als Taschenbuch erschienen ist, ist die Hürde auch nicht mehr allzu groß ;)
    Und ich drücke dir die Daumen, dass keine Liebesdreicksgeschichte kommt... davon hat man echt mehr als genug -.-
    LG und frohe Ostern,
    Lyrica

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    1. Hallo Lyrica,
      ich hätte auch nicht gedacht, dass es sich bei der Reihe um eine Dystopie handelt, aber so kann man sich irren. Für mich war auch der Preis immer eine Hürde, aber als Taschenbuch kann man sowas mal verschmerzen.
      Ich habe so grob in Erfahrung gebracht, dass es kein Liebesdreieck geben wird - aber dafür ein Liebesviereck !!! Oh mann.
      Liebe Grüße, KQ

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    2. Liebesviereck?! Da hat jemand aber mal ganz tief in die Trickkiste gegriffen... -.-
      Okay, vielleicht sollte ich mir das dann doch nochmal überlegen :D ich warte mal, wie so deine Reaktion ist, wenn du die Reihe weiterverfolgst, darauf kann man sich ja meist sehr gut verlassen :D
      LG,
      Lyrica

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  5. Ich hab das Buch auch etwa vor.....öh, zwei Monaten gelesen und fand es ziemlich gut!
    Gaia ist einfach total super und besonders eben diese Grauen Zonen bei den Charakteren mochte ich wirklich ;)
    Wann genau das alles spielt, ist mir auch nicht gerade aufgegangen, aber irgendwann dann wird's scho sein^^ Ich finde aber, dass die Geschichte gar nicht so vorhersehbar war - also die Liebesgeschichte ja schon, war mir von Anfang an klar =P - aber der Plot? Besonders zum Ende war ich total gefesselt, weil ich nicht wusste, was als nächstes kommen würde o.O Naja, da bist du wohl viel besser im Geschichten-Vorrausahnen als ich =)

    Liebste Grüße,
    L E Y

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    1. Hallo L E Y,
      ich mochte auch, dass es in dem Buch nicht einfach nur gut und böse, sondern eben auch was dazwischen gibt. Dass man die Beweggründe der "Bösen" auch irgendwie ein wenig nachvollziehen kann.
      Ich weiß auch nicht, aber mir war sofort klar, dass ihre Narbe nicht von einem Unfall herrührt, wer ihr Bruder ist, wer der Vater von Leon ist und dergleichen...
      Haha, aber so würde ich das nicht bezeichnen :D
      Liebe Grüße, KQ

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