Freitag, 7. März 2014

Rezension ~ The Infernal Devices - Clockwork Angel von Cassandra Clare

Hallo Leute,
ich muss ja zugeben, dass ich kein Riesenfan von der Mortal Instruments-Reihe von Cassandra Clare bin, ich aber dennoch Lust hatte, mir ihre The Infernal Devices-Trilogie anzuschauen, die ja teilweise mit The Mortal Instruments verwoben ist. Ich habe zwar auch schon gehört, dass Clockwork Angel, der erste Band, echt schlecht sein soll, aber die meisten Stimmen sind überaus positiv und auch City of Bones (REZENSION) war ganz in Ordnung, weswegen ich der Trilogie jetzt endlich mal eine Chance geben wollte. 


Inhalt

Nach dem Tod ihrer Tante erhält die sechzehnjährige Tessa Gray von ihrem Bruder einen Schifffahrkarte, denn sie soll aus New York wegziehen und bei ihm in London leben. Losgelöst von all ihrem persönlichen Besitz reist Tessa ihrem Bruder hinterher - und wird in London von zwei merkwürdigen Damen abgeholt, die ihr versichern, im Auftrag des Bruders zu handeln. Doch schnell muss Tessa feststellen, dass die beiden Damen finstere Absichten verfolgen und sie dazu zwingen, eine merkwürdige Kraft in ihr zu erwecken, von der Tessa nicht wusste, dass sie die besitzt. Als sie schon alle Hoffnung aufgibt, aus dieser Lage zu entkommen, stößt überraschend der junge Will Herondale zu ihr und rettet sie. Doch anstatt nun ein normales Leben führen zu können, reißt Will sie ebenfalls in eine Welt aus Magie, Monster und Mysterien...

Meine Meinung

Ich muss ja sagen, dass mir das Setting aus Clockwork Angel wirklich liegt. Ich stehe einfach ungemein auf Bücher, die im Viktorianischen England spielen und dazu noch leichte SteamPunk-Elemente aufweisen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir der erste Band der The Infernal Devices-Trilogie bisher besser gefallen hat als die beiden ersten Bände aus der The Mortal Instruments-Reihe. Das Cover gefällt mir auch ganz gut, ich finde, es bringt gut diesen Touch des Viktorianischen Englands rüber. Der junge Herr soll Will sein und ich finde auch, dass er ziemlich gut getroffen ist. So oder so ähnlich kann man ihn sich durchaus vorstellen.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der zunächst aus Wills Sicht geschildert wird, und dann an einen ganz anderen Ort geht und aus Tessas Sicht berichtet. Man erfährt aber direkt, dass sich alles in London im Jahre 1878 abspielt und Tessa eigentlich eine Amerikanerin ist, die nun als Vollwaise nach dem Tod ihrer Tante niemanden mehr in den USA hat, weswegen sie zu ihrem Bruder zieht. Über Will und seinen besten Freund und parabatai Jem erfährt man, dass es sich bei ihnen um Schattenjäger handelt, die auf der Suche nach einem Dämon sind, der ein junges Mädchen getötet hat. Auch wenn die beiden Ereignisse - Tessa kommt in London an und Will und Jem jagen einen mordenden Dämon - zunächst nichts miteinander zu tun haben, so wird bald deutlich, dass sich die Leben von Tessa und den Schattenjägern bald miteinander verbinden werden. 

Der Schreibstil von Cassandra Clare war gut zu lesen und war schön dem etwas hochgestochenen British English angepasst, obwohl die Rechtschreibung trotzdem durchweg amerikanisch blieb. Ich konnte mich aber zu jedem Zeitpunkt in die Geschichte hineinversetzen, da alles gut und anschaulich, aber nie zu übertrieben beschrieben wurde. Die Idee hinter den Clockwork-Maschinen fand ich wirklich gut, das erfüllte richtig die SteamPunk Kriterien und es machte Spaß, darüber zu lesen. Durch diese Maschinen war das Buch stellenweise auch etwas gruselig, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Insgesamt ist die gesamte Geschichte sehr spannend und kurzweilig, das Tempo ist sehr rasant und es wird nie öde, selbst nicht, wenn man nur irgendwelche Besprechungen besucht. Teilweise wird es auch etwas blutig und für den ein oder anderen Leser könnte es vielleicht auch eklig werden, aber ich mag es ja, wenn die Post abgeht und man ein bisschen Action geboten bekommt. So müssen auch einige Charaktere in diesem Buch ihr leben lassen, wobei ich es ein bisschen schade finde, dass Thomas schon sterben musste. Er kam ja kaum vor, und dann stirbt er? Da hätte Cassandra Clare ihn auch ganz weglassen können (<- Spolier, zum Lesen markieren). Tessa als Protagonistin war erstaunlicherweise ziemlich sympathisch, wobei sie sich überraschen schnell mit ihrer Situation arrangiert hat und irgendwann alles normal fand und sich über nichts mehr gewundert hat. Sie umgeben einige Geheimnisse und nur ein Bruchteil davon wird im ersten Band aufgedeckt, daher bin ich gespannt, was es noch alles mit ihr auf sich hat. Aber nicht nur Tessa war sympathisch, sondern auch Will, der ebenfalls sehr geheimnisvoll ist und irgendwas zu verbergen scheint, Sophie, die eine Mundane ist, ein Mensch, und so etwas wie eine Freundin für Tessa wird, aber auch Charlotte und Henry, die das Institut in London leiten und ein sehr ungewöhnliches, starkes, aber auch schrulliges Paar sind. 

Mein Hauptkritikpunkt an dem Buch ist die Ähnlichkeit der Charaktere zu den Charakteren aus The Mortal Instruments. Will ist wirklich hundertprozentig genau so wie Jace, er weist die gleichen Charakterzüge auf, ist nur eben nicht blond, sondern schwarzhaarig. Er ist selbstsicher, arrogant, gut aussehend, stark, geheimnisvoll und nicht auf den Mund gefallen. Genau so ist auch Jace Wayland. Jessamine Lovelace ist Isabelle Lightwood sehr ähnlich, denn sie ist etwas eingebildet, egoistisch und eine kleine "Tussi". Tessa Gray und Clary Fray (oh je, die Namen reimen sich auch noch), sind beides Mädchen, die anfangs keine Ahnung haben, was um sie herum passiert, sich dann erstaunlich schnell mit ihrer neuen Situation zurecht finden und irgendwie was ganz Besonderes sind, da sie andere Fähigkeiten und Kräfte haben als alle anderen. Und natürlich stehen immer mindestens zwei Kerle gleichzeitig auf sie. Doch auch wenn sich Tessa und Clary sehr ähneln, so fand ich erstere doch um einiges sympathischer. Dennoch: beim Charakterdesign hätte ich mir einfach mehr gewünscht. Mehr Einfallsreichtum, mehr Mut zur Veränderung. 

Ebenfalls anstrengend finde ich das anbahnende Liebesdreieck, was unweigerlich bevorsteht. Für wen wird sich Tessa entscheiden? Für den geheimnisvollen und unnahbaren Will oder für den freundlichen und besonnenen Jem? Puh, das ist mir eigentlich ziemlich egal. Warum muss es immer so sein, dass ein Mädchen gleich von zwei perfekten Typen begehrt wird? Warum muss es immer so sein, dass sich das Mädchen dann auch noch zu beiden Typen gleichstark hingezogen fühlt und sich einfach nicht entscheiden kann? Warum kann es nicht einfach mal so sein, dass es nur einen Typen gibt, der auf das Mädchen steht? Ist ja okay, wenn die beiden Steine in den Weg gelegt bekommen und nicht schon im ersten Band ein Paar werden, aber dieses Hickhack nervt einfach. So etwas führt unweigerlich zur Teambildung und ich weiß schon, dass ich Will eindeutig bevorzuge, denn Jem ist in meinen Augen langweilig, obwohl ich eigentlich keine Lust habe, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. 

Abgesehen davon war ich wirklich positiv überrascht von dem Buch, da die Handlung sehr rasant ist, die Charaktere, trotz ihrer Ähnlichkeit zu The Mortal Instruments, allesamt sympathisch oder zumindest authentisch sind, und ich das Setting im Viktorianischen London einfach sehr mochte. Ich fand die Rolle der Frau in dem Buch sehr gut rüber gebracht, die fehlende Gleichberechtigung und insgesamt die Position der Frau in der Gesellschaft, sogar in einer so weit fortgeschrittenen Gesellschaft wie den Schattenjägern. Mehrmals wird man während der Handlung an der Nase rumgeführt und immer wieder gibt es Twists, mit denen man so vielleicht nicht gerechnet hätte. Die letzten Seiten arten zu einem richtigen Showdown aus und waren wirklich sehr spannend, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Natürlich ist die Handlung mit diesem Band nicht abgeschlossen und ich frage mich, was die Ergebnisse aus Band eins für Folgen in Band zwei haben werden.

Fazit

Alles in allem handelt es sich bei Clockwork Angel um ein spannendes Buch, das mich wirklich positiv überraschen konnte. Die Charaktere sind gefällig und das Setting ist einfach toll. Als störend empfand ich, dass die Charaktere, trotz ihrer sympathischen Züge, sehr stereotypisch waren und sich nicht so wirklich von der breiten Masse abheben, erst recht von den anderen Büchern der Autorin. Auch auf das Liebesdreieck könnte ich getrost verzichten. Aber alles in allem vergebe ich noch


Sonstige Infos
Autorin: CASSANDRA CLARE
Titel: The Infernal Devices - Clockwork Angel
Dt. Titel: Die Chroniken der Schattenjäger - Clockwork Angel
Reihe: 01 von 03
Verlag: Walker Books, Taschenbuch
Seiten: 481
Preis: 7€

Kommentare:

  1. Den Vergleich zu "City of ..." kann ich nicht ziehen, weil ich die Büche bisher leider (!) nicht kenne. Eigentlich wollte ich diese Reihe lesen, habe dann aber "Clockwork Angel" geschenkt bekommen. Ich muss aber sagen, dass ich dieses Buch wirklich toll fand! Cassandra Clare schreibt so toll :)
    Und Will sieht echt mega schön aus auf deinem Cover, ich liebe ihn so ♥ Ich finde Jem zwar nicht langweilig, aber Will ist einfach so toll :D Ich bin total gespannt auf den zweiten Teil und auch für wen Tessa sich am Ende entscheidet, ich finde ja nicht wirklich, dass sich viel zwischen ihnen im ersten Teil angebahnt hat...

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    1. Hallo Laura,
      ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich empfinde einfach, dass Cassandra Clare sich eines gleichen Charaktermodells bedient hat (auch wenn du das jetzt natürlich nicht nachvollziehen kannst^^), keine Ahnung, ob andere es genauso sehen, oder eben nur ich ;)
      Ich finde auch, dass Will sehr gut getroffen ist und mag ihn auf jeden Fall mit am Meisten von allen Cassandra Clare-Charakteren.
      Hmm, um das Liebesdreieck kommt man wirklich nicht drum rum und ich fand schon, dass man gemerkt hat, dass Jem sich auch für sie interessiert, außerdem verrät der (englische) Klappentext von Band zwei auch, dass sich da viel anbahnt.
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Ich bin ja bei dem ersten Teil nie über die anfänglichen 15% hinausgekommen. Ich fand den Schreibstil so chaotisch und furchtbar, dass ich sogar auf Deutsch nicht mitgekommen bin, was Frau Clare eigentlich sagen will. Seit letztem Sommer "pausiere" ich und hab mich bisher noch nicht aufraffen können, weiterzulesen... aber irgendwie bringt mich deine positive Rezension doch wieder ins Schwanken, da du ja auch recht kritisch bist.
    Ich hab zwar die City of... Reihe nicht gelesen, aber ich finde es mittlerweile, nach allem was ich so lese und höre, echt so einfallslos, dass sie immer wieder in der gleichen Suppe rührt. Wenn sich dann sogar noch die Namen ähneln... naja gut. Sie verdient ja nicht schlecht dran...

    Vielleicht werf ich nochmal nen Blick rein, wenn ich mit meinem jetzigen Ebook durch bin... :/

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Hallo Lyrica,
      hmm okay, ich habe den Schreibstil jetzt eigentlich als sehr angenehm empfunden :D So können die Meinungen auseinander gehen^^
      Also, wie bereits gesagt, fand ich Clockwork Angel überraschend gut, aber ich muss gestehen, dass mir das Liebesdreieck in Clockwork Prince jetzt schon ganz schön zum Halse raushängt und ich dem Buch wahrscheinlich nicht mehr vier Sterne geben werde (auch wenn ich noch nicht ganz durch bin). Wäre dieses Liebesdreieck nicht, wäre der zweite Band mindestens genau so super bisher wie der erste.

      Ja, einen Prequel zu schreiben, denn The Infernal Devices ist ja im Grunde nichts anderes als das zu The Mortal Instruments, ist nicht schlimm, aber es ist doch einiges zu ähnlich (und nicht nur die Nachnamen der jeweiligen Protagonistinnen).

      Grundsätzlich kann die Band eins und zwei bisher echt empfehlen, was die Story an sich betrifft, aber das Liebesdreieck drückt schon stark bei mir auf die Sympathie-Bremse.. Was echt schade ist :(

      Liebe Grüße, KQ

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    2. Hey :)

      Vielleicht war das auch stimmungsabhängig. Möglicherweise seh ich das ganz anders, wenn ich nochmal rangehe.
      Wenn ich das Wort Liebesdreieck schon höre, wird mir ganz flau im Magen. Vor allem wenn du schon so drunter leidest, dann wirds wirklich strapaziös, fürchte ich. (was die Reihe für mich nicht unbedingt schmackhafter macht *hust*)

      Naja... ich bin gespannt. (und hoffe, dass sich mein Ebook-Sub ganz schnell füllt, damit ich irgendwie drumrum komme, haha^^)

      Liebe Grüße,
      Lyrica

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    3. Hello :)
      Also diesen Band kann ich auch noch empfehlen, das Liebesdreieck hält sich auch noch sehr in Grenzen. Schlimm wird es eigentlich erst im zweiten Band. Im ersten Band kann man sich zwar schon denken, dass es ein Liebesdreieck geben wird.
      Ich konnte es verstehen, wenn du die Reihe nicht so bald lesen würdest, auch wenn der erste Band noch gut war und die Story an sich immer noch gefällig ist :)
      Liebe Grüße, KQ

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    4. Mensch, da freu ich mich doch direkt, das Projekt nochmal in Angriff zu nehmen x)
      Wobei es fast so klingt, als wäre es so furchtbar stereotypisch, dass man es doch wieder lesen sollte... hm^^

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