Dienstag, 5. August 2014

Rezension ~ Die Vernichteten von Ursula Poznanski

Hallo Leute,
da ich ja ein großer Fan der Bücher von Ursula Poznanski bin, konnte ich es nicht abwarten, den dritten Band ihrer Eleria-Trilogie zu lesen. Sobald es ging hatte ich das Buch vorbestellt und musste es natürlich auch direkt lesen, als es bei mir ankam. Am Freitag hatte ich es nun auch durch und ich muss sagen, dass die gesamte Trilogie wirklich richtig gut gut ist.

!Achtung, hierbei handelt es sich um den letzten Teil einer Trilogie. Diese Rezension wird Spoiler zu den vorherigen Bänden enthalten!

Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren, erwägt Lösungen und verwirft sie wieder. Gleichzeitig fühle ich, wie kalte Angst durch meinen Körper kriecht. Was, flüstert sie, wenn euch nichts einfällt? Wie lange wollt ihr warten? Was, wenn ihr ihn zurücklassen müsst? 
(Ursula Poznanski // Die Vernichteten (Loewe-Verlag) // S. 118)

Inhalt

Ria konnte aus der Sphäre Vienna 2 fliehen und weiß nun endlich, was es mit Dhalion auf sich hat. Doch nun sind Aureljo und Dantorian, die sich immer noch in Vienna 2 befinden um nach Lösungen zu suchen, in höchster Gefahr und Ria muss die beiden finden, um sie zu warnen. Doch Quirin stellt sich ihr in den Weg und auf einmal ist der Clan der Schwarzdornen kein Schutz mehr für die Lieblinge. Ria und Tycho verlassen gemeinsam mit Sandor und Andris den Schutz des Clans und sehen sich plötzlich in der grausamen und offenen Weite der auftauenden Welt wieder, in der Gefahren an jeder Ecke lauern. Doch Ria hat ihr Ziel nicht vergessen: Sie wird Aureljo und Dantorian finden und Quirins schrecklichen Plan vereiteln - koste es, was es wolle...

Meine Meinung

Der zweite Band der Eleria-Trilogie endete damals ja mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger, weswegen es besonders bitter war, nochmal mehr als ein halbes Jahr auf die Fortsetzung warten zu müssen. Als Leser weiß man nun endlich, was es mit Dhalion auf sich hat und die Wahrheit ist mehr als erschreckend. Zwar konnte Ria aus der Sphäre Vienna 2 entkommen, aber Aureljo und Dantorian wissen nicht, was mit ihr passiert ist und vor allem wissen sie nicht, was Ria herausgefunden hat. Sie weiß, dass sie zurück in die Höhle des Löwen muss, denn nicht nur das Leben von ihren beiden Freunden ist in Gefahr, sondern von allen, die in Vienna 2 leben. Ich versuche, in dieser Rezension so spoilerfrei wie möglich zu schreiben, auch was die beiden Vorgänger-Bände betrifft.

Schon der Beginn des Buches ist wieder sehr fesselnd. Ich merkte auf den ersten zehn Seiten, wie angespannt und aufgeregt ich war und wie sehr ich mitfieberte, denn Ria, Sandor und Tycho befinden sich in einer heiklen und gefährlichen Situation. Ursula Poznanski schafft es einfach immer wieder, Situationen so zu schildern, dass ich als Leser das Gefühl habe, selber vor Ort zu sein und alles mitzuerleben. 

Wieder muss Ria lernen, an ihre Grenzen zu gehen und ihre weitere Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Ich mag sie auch zusammen mit Sandor sehr gerne, der meiner Meinung nach viel besser zu ihr passt als Aureljo. Doch meine heimlichen Lieblingscharaktere sind Tycho und Andris. Die ganze Zeit hatte ich Angst, dass einem von ihnen etwas passiert, dass sie im Verlauf der Geschichte sterben müssen. Tycho ist einfach, trotz der Umstände, ein Sonnenschein und eine richtig treue Seele. Und Andris erinnert mich immer ein bisschen an Hagrid: ein Riese von Mann, stark und gefährlich, aber fürsorglich und sanftmütig zu denen, die er liebt. Es tauchen altbekannte Charaktere auf, manche, die man schon fast vergessen hat, aber es werden auch neue Figuren eingeführt, die nicht weniger wichtig und elementar für die Handlung sind. Da muss ich besonders Maiossa erwähnen, die für Ria im Verlauf der Handlung sehr wichtig wird. 

Schon lange weiß man, dass die Welt sich aufgrund einer Naturkatastrophe so verändert hat, weswegen eine neue Eiszeit einbrach und die Menschen in die Sphären fliehen mussten, um zu überleben. In diesem Band erfährt man aber noch mehr über dieses Ereignis, was mich als Leser wirklich überrascht und vor allem erschreckt hat. Ich hätte damit nicht gerechnet und muss ganz ehrlich sagen, dass sich Ursula Poznanski wirklich ein innovatives, aber leider auch gar nicht so abwegiges Zukunftsszenario ausgedacht hat, die der gesamten Reihe eine erstaunliche Authentizität verleiht. Doch nicht nur die Naturkatastrophe erhält neue Dimensionen, auch auf die Regierung erhascht man einige neue Blickwinkel, die vorher für den Leser nicht vorhersehbar waren. Auf jeden Fall gibt es immer wieder neue Überraschungen und Wendungen, die auf jeden Fall dazu anhalten, immer weiter lesen zu wollen. Ich habe jedenfalls gemerkt, dass ich das Buch schwerlich aus den Händen legen konnte. Die neuen Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die Abgründe der Menschheit - nicht nur in den Sphären, sondern auch in den Clans. Dabei werden moralische und ethische Fragen aufgeworfen und die Grenze zwischen schwarz und weiß, gut und böse verschwimmt immer mehr. 

Doch es gab zwei, drei Kleinigkeiten, die mich ein bisschen gestört haben, da sie in meinen Augen ein bisschen so wirkten, als seien sie gerade noch im letzten Moment reingequetscht worden und wären viel authentischer gewesen, wenn man schon in den Bänden davor mal Andeutungen gemacht hätte - inbesondere meine ich da Rias Sichelförmige Narbe. Das wirkte einfach so konstruiert, was ich wirklich schade fand. Zuvor gab es keinerlei Andeutungen oder Hinweise und plötzlich ist die Narbe total wichtig und auffällig... Auch die Lösung mit Yann war in meinen Augen etwas unbefriedigend. In allen Bänden war er ein interner Feind und am Ende war es so ein bisschen schnell gelöst. Da hätte ich mir mehr Dramatik gewünscht, um die Bedeutung Yanns zu verdeutlichen - denn er ist kein Unschuldslamm und hat einiges zu verantworten, was in diesem Band passiert.

Das Ende war dann nochmal richtig spannend und ich habe mitgefiebert, ob Ria und ihre Gefährten noch alles zum Guten wenden würden können. Einige Entwicklungen haben mich sehr erschreckt und traurig gemacht, doch irgendwie haben sie stimmig zum Buch gepasst. Dabei fand ich auch sehr gut, dass das Ende nicht hundertprozentig abgeschlossen ist. Man weiß nicht, ob es nicht vielleicht doch nochmal in naher Zukunft ähnliche Probleme geben wird. Auch das Verhältnis zwischen Prims und Lieblingen ist am Ende nicht eindeutig gelöst. So gibt die Autorin den Lesern die Möglichkeit, sich selber vorzustellen, wie die Zukunft von Ria und den anderen aussehen wird. 

Fazit

Der letzte Band von der Eleria-Trilogie hat mir, bis auf kleine Schwächen, sehr gut gefallen und stellt einen würdigen Abschluss der Reihe dar. Es gibt viele neue überraschende Wendungen und auf alle möglichen Parteien und Ansichten erhascht man einen neuen Blickwinkel. Gleichzeitig faszinieren mich die ethischen und moralischen Aspekte, die Ursula Poznanski in Die Vernichteten eingebaut hat und die zeigen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Ich vergebe abschließend knapp noch


Infos
Titel: Die Vernichteten
Reihe: 03 von 03
Verlag: LOEWE-VERLAG, gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 528
Preis: 18,95€

Kommentare:

  1. Kann die Stärken und (kleinen) Schwächen absolut nachvollziehen! Für mich war es auch ein toller Abschluss, der für mich die gesamte Reihe zu einer meiner Lieblinge macht. Vor allem Ria wird als Prota immer einen besonderen Platz innehaben. Hach, zu schade, dass es nun vorbei ist... ^^

    Liebe Grüße!

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    1. Hallo Tina,
      ich muss gestehen, dass der dritte Band für mich, wenn auch sehr gut und verdient mit 5 Sternen bewertet, der schlechteste Band der Reihe war. Insgesamt war die ganze Reihe aber einfach super durchdacht und spannend und das Ende hat für einen würdigen Abschluss gesorgt.
      Ja, Ria ist eine ungewöhnliche Protagonistin, das stimmt :)
      Ich denke mal, dass Ursula Poznanski schon an einem neuen Buch arbeitet, um uns nicht allzu lange auf dem Trockenen sitzen zu lassen ;)
      Liebe Grüße, KQ

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  2. Ich habe jetzt mal nur das Fazit gelesen, weil ich ja noch nicht mal den ersten Teil kenne und freu mich nun noch mehr darauf, mit der Reihe durchzustarten :) scheint ja echt eine sehr, sehr gute Reihe zu sein!

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Hallo Lyrica,
      jetzt, wo der dritte Band da ist, solltest du nicht mehr lange damit warten, die Reihe endlich zu lesen :) Ich denke, auch dir als Dystopie-Kennerin, sollten die Bücher noch einige Überraschungen parat haben.
      Liebe Grüße, KQ

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  3. [Evtl. Spoiler]

    Liebe Kaugummiqueen, deine Bewertung hat mir sehr gut gefallen! In einem Punkt sind wor uns allerdings uneinig: Wie kannst du nur nicht Sandor, der doch so raaawwrrr ist, zu deinem Lieblingscharakter erwählen? ;-)

    Nein, im Ernst jetzt: Ich bin nur heimlich in Sandor verknallt. Sein Wandel vom verschlossenen Fremden zum erst schüchternen, dann leidenschaftlichen Geliebten hat mich total von den Socken gehauen. Nach dem ersten Teil wollte ich sogar eine Fanfiction über Ria und Sandor schreiben, doch den Part hat dann Frau Poznanski ohnehin übernommen ^^

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    1. Hallo Sonja,
      haha freilich gehört Sandor zu meinen Lieblingscharakteren ;) Ich mag ihn auch wegen seiner ruhigen, verschlossenen Art - und weil er gleichzeitig eben auch liebevoll und leidenschaftlich ist. Aber Tycho und Andris sind einfach was Besonderen :)
      Ich finde auch, dass Ursula Poznanski die Liebesgeschichte zwischen Ria und Sandor sehr einfühlsam beschrieben hat, ohne zu kitschig zu werden.
      Liebe Grüße, KQ

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